Expertenchat im Dezember 2011
Am 14.12.2011 fand ein Expertenchat statt zum Thema
"Schwerhörige Menschen im Studium und Beruf"
mit Karin Müller Schmied (Vorsitzende BHSA)
Von 1994-1997 hat sie eine Ausbildung zur Bauzeichnerin (Hochbau) im Berufsbildungswerk Winnenden mit Auszeichnung absolviert und nach längeren Arbeitssuchzeiten etwa 3 Jahre lang u.a. als Bauzeichnerin gearbeitet. Vor dem Studium führte sie eine berufliche Neuorientierung und ein Freiwilliges Soziales Jahr als Schulassistentin an einer Schule für körperbehinderte Kinder in Kassel durch.
Seit 2004 ist sie Studentin an der Kunsthochschule in Kassel. Derzeit schreibt und arbeitet sie an ihrer Abschlussarbeit im Studienfach Bildende Kunst.
In der Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V. (BHSA) ist sie seit 2004 Mitglied und aktiv seit 2007. Im August diesen Jahres wurde sie in den Vorstand der BHSA e.V., Geschäftsstelle, gewählt.
BHSA
Die BHSA (www.bhsa.de) ist eine Selbsthilfegruppe hörbehinderter Menschen im Studium und anschließendem Berufsleben. Ihr Ziel ist es, die Bedingungen für Hörgeschädigte in den Hochschulen und im Berufsleben zu verbessern.
Chat-Protokoll
Moderator: Hallo Frau Müller Schmied, sind Sie schon online?
OleP: Hallo und guten Abend!
Moderator: Ich begrüße ganz herzlich Karin Müller Schmied und die Teilnehmer, die schon online sind. Bitte beachten Sie, dass dieser Chat moderiert wird. Ihre Beiträge werden also erst nach einem Check dem Experten zugeleitet. Bei hoher Beteiligung kann es etwas länger dauern bis Ihre Frage beantwortet wird. Ich wünsche einen regen Meinungsaustausch und nun kann es losgehen.
Karin Mueller Schmied: Guten Abend, liebe Chat-TeilnehmerInnen!
Moderator: wie wäre es denn mal mit ein paar Fragen...
jewa: guten Abend. weiß man, wie viele taube Studenten es derzeit in Deutschland gibt?
Karin Mueller Schmied: Genaue Zahlen liegen uns nicht vor. Die BHSA schätzt auf etwa 50 Studierende, die gehörlos sind. Die Anzahl der schwerhörigen Studierenden liegt höher.
Karin Mueller Schmied: sorry, es gab grad ein kleineres Problem mit dem Chatprogramm hier ;-)
playstation: Hallo ich bin zum ersten Mal hier und muss erst mal sehen was sich tut...
Moderator: nur Mut...
jewa: was halten sie von dem Projekt einer europäischen Deafuni?
Karin Mueller Schmied: Es mag Vorteile haben, aber die Konzentrierung Gehörloser/Gebärdensprachler auf eine Universität kann auch zu Problemen führen, dass Hochschulen gehörlose Studierende dann auf die europäische Gebärdensprachuni verweisen wollen, womit die gehörlosen Studierende dann keine uneingeschränkte Hochschulwahl haben könnten. Das muss man hierbei bedenken.
jewa: Es sei denn, die Deafuni bietet ein sehr breites Fächerangebot an... und hat Partnerschaften mit anderen Unis.
Karin Mueller Schmied: Diese Frage lässt sich derzeit nicht so einfach beantworten, da die Entwicklung einer europäischen Gebärdensprachuniversität derzeit (leider) wohl etwas still steht.
OleP: Ich habe auf Ihrer Homepage einen kurzen Einblick bekommen. Wie kann ich mir Ihre Beratungsleistungen in der Geschäftsstelle vorstellen, wie weit reichen diese?
Karin Mueller Schmied: Wir arbeiten ehrenamtlich und unsere Erfahrungen beruhen auf der Basis der Selbsthilfe. Die Geschäftsstelle beantwortet die Fragen nicht alleine. Daher sind uns Erfahrungsberichte immer willkommen.
OleP: Wie sieht es mit der Anzahl hörbehinderter Studierender aus?
Karin Mueller Schmied: Die genaue Ziffer kennen wir ebenfalls nicht, da viele (zumeist leicht bis mittelgradig) Schwerhörige sich auch ohne nennenswerte Unterstützung und Beratungsbedarf durch das Studium durchschlagen können.
jewa: ich kenne das Problem, dass, wenn man auf einem zu hohen Level studiert (z.B. Mathe), die Dolmetscher nicht mehr mitkommen und stattdessen dann meist ganz auf Dolmetscher verzichtet wird. Das geht in Mathe einigermaßen, in anderen Fächern stelle ich mir das hinderlicher vor. Haben sie Lösungsvorschläge?
Karin Mueller Schmied: Ja, das Problem ist bekannt. Dolmetscher müssten sich in diesem Bereich weiterbilden. Es gäbe zudem die Möglichkeit, auf Schriftsprachdolmetscher auszuweichen. Zudem Mitschrift durch Mitschreibkräfte und Tutoren wären auch weitere Alternativen.
jewa: Ich muss leider den Chat schon verlassen, werde aber nachlesen, was noch weiter hier diskutiert wurde. Einen schönen Abend noch und danke für das Chat-Gespräch.
jewa: (eine Frage zur Verdolmetschung müsste noch irgendwo in der Warteschlange stecken)
Moderator: so ist es...
playstation: Am besten oute ich mich jetzt erst mal als "Experte" für Zubehör-Hilfsmittel, bin aber auch selbst betroffen (mittelgradig bis hochgradig), trage zwei HdO-Hörgeräte seit dem 4. Lebensjahr und habe auch (mit Schwierigkeiten) studiert.
Karin Mueller Schmied: Es freut mich, einen Zubehör-Experten hier willkommen zu heißen.
OleP: Es gab doch ein Seminar über Kommunikationshilfen im Beruf in Zusammenarbeit mit dem DSB, können Sie dazu etwas sagen? Wie war die anschließende Resonanz?
Karin Mueller Schmied: Dazu kann ich leider nichts sagen, da ich zum einen nicht daran teilgenommen habe und zum anderen nicht vom DSB bin. Es gab bei Sehen statt Hören letztes Wochenende einen Bericht dazu, schauen Sie dort bitte nach.
OleP: Danke für den Hinweis.
playstation: "Durchschlagen" ist schön. Ich vermute, die meisten leicht- bis mittelgradig Hörgeschädigten kennen z.B. gar keine FM-Anlage
Karin Mueller Schmied: Das mag sein, sie wissen vielleicht auch nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten, Nachteilsausgleiche usw. möglich sind. Andererseits könnte es aber auch sein, dass sie ihre Behinderung als nicht gravierend einschätzen und diese Unterstützungen etc. nicht benötigen. Ggf. wenden sie auch die Verstecktaktik an. Bei hochgradig/an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit sieht das deutlich anders aus.
Gast6721: Kennen Sie Stipendien speziell für hörgeschädigte Studenten/CI-Träger? Mir ist soweit nur die Aktion von Cochlear bekannt, die dies für Cochlear-CI-Träger durchführen.
Karin Mueller Schmied: Spezielle Stipendien für Hörbehinderte gibt es nicht. Es gibt Stipendien, die für allgemein behinderte Studierende offen sind. Meines Wissens liegt keine Einschränkung vor, sich bei einem Stipendium der Wahl zu bewerben.
Mike: Bin zum ersten Mal dabei... Vor gut 32 Jahren hatte ich mit dem BWL-Studium angefangen und es gab von der Studentenschaft eine Mitschriften-AG - hauptsächlich für Normalhörende. Auf diese Weise konnte ich das Studium durchziehen.
Karin Mueller Schmied: Das ist eine Möglichkeit. Hörende Studierende sind meist offen, entweder die eigene Mitschrift zur Erstellung einer Kopie zu geben oder fertigen nach Anleitung extra eine Mitschrift an, die dann auch Informationen enthält, die der Dozent z.B. zu einem Termin nennt, oder wenn unter den Studierenden Informationen allgemein zum Studium/Dozentenwechsel etc. kursieren.
playstation: Ich habe selbst studiert und erst zum Ende des Studiums habe ich FM-Anlagen kennengelernt. Auch während der Regelschulzeit wusste ich nichts davon. Ich bin heute noch sauer darüber, dass mich niemand darauf aufmerksam gemacht hat, es wäre so viel leichter gewesen.
Karin Mueller Schmied: das kann ich gut verstehen! Seit einigen Jahren gibt es das Projekt "Hörnix" für hörgeschädigte Schüler an Regelschulen. www.hoernix-darmstadt.de
Mike: Nachtrag: Da gibt es doch heute mehr Möglichkeiten: z.B., dass die Profs/Dozenten ihre Skripten im Internet zur Verfügung stellen?
Karin Mueller Schmied: Ja, diese Möglichkeiten gibt es. Videomitschnitte sind jedoch oft nicht untertitelt oder mit einem Text begleitet. Hierzu müsste der betreffende Studierende die Dozenten darauf ansprechen, dass diese die Text-Unterlagen auch zur Verfügung stellen.
OleP: Wenn Unterstützungsbedarf besteht, wo wende ich mich hin, um diese zu beantragen. Im Medizinstudium gibt es viele Fachbegrifflichkeiten, hier müsste eine Kommunikationshilfe schon ziemlich gut im Stoff stehen, also medizinische Nomenklatur beherrschen. Wo könnte ich mich hinwenden?
Karin Mueller Schmied: Unterstützung zum Besuch einer Hochschule (umgangssprachlich "Eingliederungshilfe" genannt), wird nach SGB XII gewährt. Diese ist beim örtlichen/überörtlichen Sozialhilfeträger zu beantragen. Das ist je nach Bundesland leider unterschiedlich, daher müssen Sie sich beim örtlichen Sozialhilfeträger erkundigen, wer für Sie zuständig ist. Kommunikationshilfe mit fachlichem Bedarf: da müssen Sie mit den Dolmetscher(vermittlungen) sprechen und nachfragen, wo es Dolmetscher mit diesen Kenntnissen gibt.
Nickname: Ich vermute schon, dass ein hörbehinderter Student vor Beginn des Studiums sich um FM-Anlage bemüht. Ich musste sie selbst bezahlen, bin aber froh darum.
Karin Mueller Schmied: Am besten wäre es noch, der hörbehinderte Studierende würde noch zur Schulzeit eine FM-Anlage organisieren, weil dann die Krankenkasse die Kosten vollständig übernimmt (bis zum 18. Lebensjahr!)Ansonsten: Antrag auf Eingliederungshilfe stellen, dann wird auch die FM-Anlage vom Sozialamt finanziert.
condor: Betreiben Sie auch aktive Arbeit an den Unis vor Ort?
Karin Mueller Schmied: Wir arbeiten eng mit vielen Hochschulen zusammen. Wir beantworten auch Fragen von Beauftragten für die Belange behinderter Studierender.
Nickname: Nach meiner Erfahrung bringen Mitschriften nicht unbedingt viel. Es kommt auf die Intelligenz des Mitschreibenden an, darauf, dass er selbst die Sache eindeutig erfasst. Ich hatte allerdings mehr Glück mit der Mitschrift unterschiedlicher Studenten als mit einer Schriftdolmetscherin. Für sie war der Stoff schlicht und einfach zu hoch.
Karin Mueller Schmied: Es kommt darauf an. Es gibt die Möglichkeit, die Mitschriftkraft entsprechend zu schulen. Es ist sinnvoll, wenn es jemand ist, der das Seminar schon besucht hat (also vom höheren Semester des gleichen Studienganges). Auch ich habe mit Mitschriften mehrerer Studierender gearbeitet und so die Lücken gefüllt, die eine einzelne Mitschrift haben könnte. Es ist aber auch sehr viel Arbeit. Hinzu kam, dass ich keine Eingliederungshilfe erhalten habe aufgrund vorhandener Ausbildung. Dass der Stoff für die Schriftdolmetscherin zu hoch war, kann ich nachvollziehen. Normalerweise (und im Idealfall) jedoch sollten die Dolmetscher (egal ob Gebärdensprache oder Schriftsprache) das Manuskript vom Dozenten im Vorfeld bekommen, um sich darauf vorbereiten zu können.
condor: Ich merke häufiger, dass die technischen Hilfen nicht ausreichen... Findet Ihre Beratung bundesweit statt?
Karin Mueller Schmied: ja, die Beratung findet bundesweit statt. Technische Hilfsmittel allein reichen nicht immer aus. Dazu sind u.a. auch Gesprächsdisziplin und Kommunikationstaktik notwendig. Ich z.B. kann mich besser konzentrieren, wenn die Mitschrift jemand anders machen würde und arbeite mit einer FM-Anlage. Ebenso muss auch der Dozent von der Hörbehinderung (wie ist die Kommunikation etc.) informiert werden, so dass dieser sie in der Lehrveranstaltung berücksichtigen kann.
condor: Unterstützen Sie auch beim Übergang vom Studium in den Beruf und wenn ja, wie sieht diese aus?
Karin Mueller Schmied: Ja, wir unterstützen auch beim Übergang vom Studium zum Beruf. Normalerweise haben wir auch ein Seminar für diese Zielgruppe, mussten diese jedoch aufgrund Zeit- und Personalmangel vorübergehend einstellen, da wir ehrenamtlich arbeiten. Es gibt das Seminar vom Deutschen Studentenwerk, das jährlich im August angeboten wird. Des Weiteren können wir auch individuell beraten.
Nickname: Gibt es die BHSA noch?
Karin Mueller Schmied: ja, sonst würde es die Webseite nicht geben ;-)
Gast6721: Anmerkung dazu: Lokal für die oberfränkischen Hochschulen steht auch der HörEltern e.V. für Fragen zur Verfügung und betreibt entsprechende Informationsarbeit: http://www.hoereltern.de/cms/infothek/studium.html
Karin Mueller Schmied: vielen herzlichen Dank für die Information!
condor: Ja, das ist klar, jedoch muss ich ja dann später im Berufsleben mit völlig neuen und anderen Herausforderungen klarkommen...
Karin Mueller Schmied: Ja, das ist richtig. Dabei hilft auch das ZAV, die Zentrale Arbeitsvermittlung für schwerbehinderte Akademiker und der Integrationsfachdienst.
Nickname: Ich informiere vor jedem Semester die entsprechenden Dozenten über meine Bedürfnisse, vom Mund abzusehen und erkläre die Funktionsweise der FM-Anlage. Wenn die Dozenten wissen, dass sie technisch nichts tun müssen, nur das Ding umhängen, ist ihnen schon geholfen.
Karin Mueller Schmied: Das ist gut! Aber manchmal wollen die Dozenten etwas an der Tafel schreiben und erklären dabei etwas... für auf das Mundbild angewiesene ist das dann schwierig. Das meinte ich auch mit den jeweils individuellen Kommunikationsbedarfen.
Ninachen: Wie müsste ich mir eine Mitarbeit im Referat vorstellen? Um eine Beratung vornehmen zu können, braucht es schon sehr weitreichende Erfahrung, da könnt ich mir vorstellen, dass meine Selbsterfahrung nur ein Bruchteil dessen ist, was für Fragen da an das Referat kommen?
Karin Mueller Schmied: Wir haben Referate in folgenden Bereichen: Hörbehinderung im Studium, Hörbehinderung im Beruf, Internet und Gehörlose. Es wird über verschiedene Themen ausgetauscht, manche organisieren eigene Seminare (z.B. das Referat Hörbehinderte im Studium organisiert das Einführungsseminar für Hörbehinderte Studieninteressierte und StudienanfängerInnen.), Informationen, die für die Referate interessant sein können und bei der Geschäftsstelle landen, werden dorthin versandt zur weiteren Verbreitung innerhalb der BHSA. Es gibt auch Arbeiten, die in die Zukunft reichen. Dazu sind Sie alle herzlich eingeladen, mitzuwirken! Ebenso werden Anfragen an den Bundesvorstand und an die Referate zur Beantwortung weitergeleitet.
playstation: Wir Hörbehinderten haben tatsächlich das große Problem der individuellen Schwierigkeiten ("Kommunikationsbedarf"). Was dem einen ungemein hilft ist für die andere nur bedingt geeignet...
Karin Mueller Schmied: Ja, daher muss man selbst herausfinden, was Sie individuell benötigen. Das gilt auch für Nachteilsausgleiche etc.
tomjdu: hallo im Berufsleben, wo ich jetzt Orientierung suche. Ich habe vor 25 Jahren mein Studium BWL mit etwas Verzögerung durchgebracht und danach eine recht gute Karriere gemacht im Online-Bereich. Es gab im Unternehmen immer Umstrukturierungen mit vielen Entlassungen und ich habe mich immer irgendwie aufgrund meiner Behinderung sowie auch noch Betriebsrat in der Firma "gehalten". Ich mag das Umfeld mit den Kollegen /NICHT dem Management) aber sehr und möchte auch bleiben und dort arbeiten. Nachteilig ist, dass ich inzwischen "einfache" Arbeit erledigen soll, die mich unterfordert, obwohl das Internet doch viele Möglichkeiten bietet, hier vorwärts zu gehen: aber das steht nicht im Focus. Ich möchte nicht meckern, sondern suche nach Austausch und Erfahrung, um souverän zu argumentieren.
Karin Mueller Schmied: individuelle Beratung können wir hier leider nicht machen, aber gerne beantworten wir (die BHSA) Ihnen Ihre Frage persönlich. Wir haben einige Mitglieder, welche im Internetbereich arbeiteten, so dass Austausch in der BHSA möglich ist. Bei Problemen in der Firma hilft auch der Integrationsfachdienst weiter, sie sind auch meist der erste Ansprechpartner und Unterforderung gehört meiner Meinung nach auch in das Gespräch mit dem Integrationsfachdienst (IFD). Der IFD kann mit dem Arbeitgeber vermitteln und auf einen besseren Arbeitsplatz innerhalb der Firma hinwirken, ebenso in Zusammenarbeit mit dem wahrscheinlich bei Ihnen vorhandenen Schwerbehindertenvertreter.
Nickname: Bei meinen Fächern ist die Tafel nicht allzu oft notwendig. Insofern hatte ich Glück.
Karin Mueller Schmied: Ja, dann hatten Sie Glück. Bei mir kamen oft auch Video-Wiedergaben während der Vorlesung oder im Seminar vor, die selbstverständlich in den seltensten Fällen Untertitel hatten...
Ninachen: Ist Ihre Arbeit auch länderübergreifend? Das wäre schon interessant, wie es u.a. in Österreich gehandhabt wird?
Karin Mueller Schmied: In Österreich gibt es einen ähnlichen Verein wie die BHSA, sie nennt sich vögs: http://www.voegs.at, es gibt eine Zusammenarbeit mit den uns bekannten Vereinen, auch mit Vögs.
Nickname: An meiner Uni wird angeboten, dass Hörbehinderte "Platzkarten" in Anspruch nehmen können, um immer denselben Platz zu haben. Dies allerdings nahm ich nie in Anspruch, das war nie ein Problem.
Karin Mueller Schmied: Ja, es gibt an vielen Hochschulen die Möglichkeit, dass in der ersten Reihe Plätze für Hörbehinderte reserviert sind. Das ist jedoch nicht überall so. Wenn ein solcher nicht vorhanden ist und es gibt den Bedarf hierzu, dann sprechen Sie bitte mit dem Behindertenbeauftragten der Universität.
OleP: Bieten eigentlich mehrere Unis ein Schnupperstudium an, so wie in Hamburg?
Karin Mueller Schmied: das Schnupperstudium bietet derzeit nur die Servicestelle zur studienorganisatorischen Unterstützung Gehörloser und hörgeschädigter Studierender (STUGHS) an. Es wurde in Zusammenhang mit dem Einführungsseminar der BHSA entwickelt. Somit können wir Ihnen ein gutes vollständiges Informationsangebot anbieten mit Theorie und Praxis.
Nickname: Wenn ein Film gezeigt wurde, fragte ich auch vorher, ob Untertitel vorhanden sind. Einmal konnte ich selbst in einer Mediathek einen untertitelten Film bekommen und zur Verfügung stellen.
Karin Mueller Schmied: Ich kann bei Vorlesungen nicht immer wissen, ob ein Film gezeigt wird. Es sei denn, es ist explizit Bestandteil der Vorlesung, dann lässt sich das auch im Vorfeld organisieren. Es besteht die Möglichkeit, sich den Film auszuleihen, das muss man jedoch mit
dem Dozenten oder Bibliothek/Medienstelle absprechen.
Moderator: Es ist 20 Uhr, bitte keine weiteren Fragen mehr...
Ninachen: Solch ein Austausch ist doch sicher sehr förderlich.
Karin Mueller Schmied: Ja, der Austausch ist sehr interessant und förderlich.
OleP: Danke für die interessante Runde. Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und einen schönen Abend.
Moderator: wir danken für die Teilnahme
Ninachen: Ihnen eine gute Zeit.
condor: Wie haben Sie das Studieren für sich erlebt, es war doch sicher eine Umstellung vom Job an die Uni?
Karin Mueller Schmied: Ja, das war schon an sich eine Umstellung. Vor allem, da das Studium im Studienfach Bildende Kunst ganz andere Anforderungen stellt als in anderen Studienfächern. Kurzgefasst ist das Studium nicht so leicht, weil sehr viel Kommunikation erforderlich ist, auch wenn der Praxisanteil hoch ist.
condor: Na dann, einen erfolgreichen Studienabschluss.
Ninachen: Welches Ziel haben Sie sich in der BHSA für 2012 gesetzt?
Karin Mueller Schmied: Wir werden das Einführungsseminar nach wie vor anbieten, ebenso auch die BHSA-Tagung. Es ist zudem ein Online-Journalismus-Seminar geplant. Wir können also gespannt sein, was das Jahr der BHSA bringt. Ebenso werden wir weiterhin intensiv mit unseren Netzwerkpartnern zusammen arbeiten und gemeinsam mit ihnen auf eine "Hochschule für Alle" hinwirken, ebenso auch auf eine bessere Arbeitsplatzsituation (Bewerbung usw.)
Moderator: Die Zeit ist leider abgelaufen. Vielen Dank an Frau Müller Schmied für die Beantwortung der Fragen, Dank auch an die Frager für die rege und lebhafte Teilnahme. Das Chat-Protokoll steht in den nächsten Tagen an dieser Stelle zur Verfügung. Ich wünsche allen noch einen schönen Abend. Der Chat wird jetzt geschlossen.
Karin Mueller Schmied: Herzlichen Dank für Ihr Kommen, ich wünsche Ihnen noch ein schönes Weihnachtsfest und kommen Sie gut in das neue Jahr!
