Expertenchat im Mai 2009
Am 06.05.2009 fand ein Expertenchat statt mit
Andreas Kammerbauer zum Thema "Hörschädigung im Studium"
Andreas Kammerbauer
geboren am 12.09.1961 in Hochheim am Main,
verheiratet, zwei Kinder (13 und 15 )
- Freiherr-von-Schütz-Schule,Schule für Hörbehinderte in Bad Camberg
- Staatliche Schule für Gehörlose und Schwerhörige in Stegen/Freiburg (Allgemeine Hochschulreife)
- Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Öffentliches Recht an der JWG-Universität in Frankfurt a.M., Abschluss: Diplom
Berufliche Tätigkeiten
- Geschäftsführer der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Main-Taunus-Kreis
- Mitglied des Hessischen Landtags
- seit 01.07.1999: Geschäftsführer der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Main-Taunus-Kreis
- Vorstandsmitglied beim Hilfswerk für Contergangeschädigte Hessen e.V.
- Mitglied des Kreistages im Main-Taunus-Kreis(Sozialpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion)
- seit Mai 1987: Bundesvorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V. (BHSA)
- seit November 1992: Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten-Selbsthilfe und Fachverbände e.V. (DG)
- Stadtverordneter in Hochheim am Main
- Vorstandsmitglied der Hessischen Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e.V.
- seit 3.10.1997: Mitglied des Landesbehindertenrates, gegenwärtig Vorsitzender
- Abgeordneter des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV)
- seit 2001: Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Main-Taunus-Kreises
- seit 2005: 1. Vorsitzender vom Hilfswerk für Contergangeschädigte Hessen e.V.
- seit 2006: Patientenvertreter im Landesausschuss für Ärzte und Krankenkassen Hessen
Chat-Protokoll
Andreas Kammerbauer: Einen schönen Gruß an alle ChatteilnehmerInnen !
Moderator: Ich begrüße Andreas Kammerbauer ganz herzlich und die Teilnehmer, die schon online sind. Bitte beachten Sie, dass dieser Chat moderiert wird. Ihre Beiträge werden also erst nach einem Check dem Experten zugeleitet. Bei hoher Beteiligung kann es etwas länger dauern bis Ihre Frage beantwortet wird. Ich wünsche einen regen Meinungsaustausch und nun kann es losgehen.
Moderator: Hallo Herr Kammerbauer, so wie es aussieht, sind wir noch unter uns, also etwas Geduld...
Andreas Kammerbauer: ich dachte schon...
flavia: Ich habe das Studium schon hinter mir und unterrichte an einer Hochschule, gibt es auch Hilfestellungen für schwerhörige HochschullehrerInnen oder eine Selbsthilfegruppe?
Andreas Kammerbauer: auch nach dem Studium, gibt es wie für jeden hörbehinderten Menschen, der im Berufsleben steht, Hilfen für einen behindertengerechten Arbeitsplatz zu erhalten. Als Selbsthilfegruppe steht ihnen die BHSA zu Verfügung.
Maria: Gibt es für hörgeschädigte oder anderweitig behinderte Menschen eine Befreiung von Studiengebühren und wenn ja, von was wird dies abhängig gemacht?
Andreas Kammerbauer: Befreiung von den Studiengebühren hängt vom Bundesland ab. Es gibt keine bundesweite Regelung und z.B. in Hessen gibt es keine Studiengebühren. Um eine konkrete Antwort auf die Befreiung von Studiengebühren geben zu können, muss ich das Bundesland wissen.
simon: Maria, wolltest du dich nicht konkretisieren?
Maria: Schleswig-Holstein
Moderator: Hallo Herr Kammerbauer, Maria hat das Bundesland angegeben...
Andreas Kammerbauer: ja, in SH ist eine Befreiung möglich. Bitte über die BHSA nachfragen. für alle Bundesländer habe ich die Antwort nicht zur Verfügung. IN SH haben wir auch einen kompetenten Behindertenbeauftragten des Landes, der zumindest unterstützend wirken kann.
simon: Dass es so wenige sind, kann es vielleicht daran liegen, dass die Internetsite http://www.hoer-werk.de nicht richtig funktioniert
Moderator: wieso funktioniert die Seite nicht?
simon: Es erscheint nur in großen Worten ERROR", über Umwege habe ich den Chatroom gefunden =)
Moderator: Ich habe es gerade getestet, klappt einwandfrei!
simon: komisch, bei mir trotzdem nicht - vielleicht liegt es auch an meinem Router...
Moderator: Aber wenn du nun da bist, bitte fragen!
simon: aber ich denke, wir haben wichtigere Themen zu besprechen
Brigitte: Welche Unis oder Fachhochschulen in Deutschland haben schon sehr gute Erfahrungen mit hörgeschädigten Studenten gemacht und sind zu empfehlen?
Andreas Kammerbauer: zunächst würde ich in der Entscheidung über den Standort vom Studienfach ausgehen, also von den eigenen Neigungen, danach würde ich fragen, ob Erfahrungen mit hb Studenten vorliegen. Beispielsweise die Hochschulen an den großen Städten wie Hamburg, München n. Köln und Berlin liegen diese Erfahrungen vor und die hb Studenten der heutigen Generation können davon profitieren.
Maria: Kann beim Studium auch in Vorlesungen einen Schriftdolmetscher in Anspruch nehmen? Wer übernimmt die Kosten?
Andreas Kammerbauer: ja, die Kosten übernimmt der überörtliche Träger der Sozialhilfe, Eingliederungshilfe zum Besuch einer Hochschule. In manchen Bundesländern ist der örtliche Träger der Sozialhilfe zuständig. Über die Voraussetzungen ist der BHSA - Studienführer sehr hilfreich.
Brigitte: Ich hatte schon gehört, dass die Uni Tübingen viele hörgeschädigte Studenten hat! Wisst ihr noch andere?
Andreas Kammerbauer: viele ? ist relativ. Diese Uni hat zumindest Erfahrung mit hb Studenten, das ist richtig. Ansonsten verweise ich auf die Antwort von vorhin.
Maria: Wofür steht die BHSA?
Andreas Kammerbauer: BHSA = Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V. siehe auch http://www.bhsa.de sehr zu empfehlen!!
Brigitte: Welchen Nachteilsausgleich sollte man für Prüfungen bei hg Studenten beantragen? Reicht es, hier die Zeit etwas auszuweiten und alle Fragen schriftlich stellen zu lassen?
Andreas Kammerbauer: hb Studenten haben Anspruch auf Prüfungsmodifikationen! Über den Umfang und welche ist Verhandlungssache. In der Praxis werden beispielsweise für schriftliche Prüfungen eine Zeitverlängerung von 20/25% gewährt, bei der mündlichen Prüfung ist es möglich, einen Dolmetscher (DGS, LBG, Schrift) zu beantragen. Fragen bei der mündlichen Prüfung schriftlich geben zu lassen, geht auch.
Brigitte: Werden hg Studenten mit anerkannter Behinderung erfahrungsgemäß ohne Wartezeit zum Studium zugelassen? Das wäre ja auch ein Nachteilsausgleich.
Andreas Kammerbauer: Hochschulzulassung ist momentan in der Umbruchphase. Die Hochschulen sollen in ihrer Autonomie immer mehr selbst die Studenten aussuchen dürfen. Es ist momentan etwas unübersichtlich, auch wegen den neuen Studiengängen (Bachelor, Master). Daher ist zu empfehlen, sich an dem gewünschten Hochschulstandort über die aktuelle Situation informieren.
simon: Meiner Erfahrung nach ist es auch davon abhängig, wie der Professor gegenüber hb Studenten ist - einige sind sehr offen und nehmen sogar darauf Rücksicht in Prüfungen - da muss man nicht mal so einen Antrag stellen
Andreas Kammerbauer: über Nachteilsausgleich oder Prüfungsmodifikationen entscheidet das Prüfungsamt an den Hochschulen. Wenn ein zugänglicher Professor mitspielt umso besser.
Brigitte: Gibt es Erfahrungen, dass Hörgerätefirmen/CI-Firmen Sponsoring für hg Studenten betreiben? Wir müssen ja keine Firmennamen nennen, ich habe davon aber schon gehört, dass etwa ein bestimmter Betrag im Monat zur Verfügung gestellt wird.
Andreas Kammerbauer: das ist richtig. Diese Firma vergibt ein Stipendium an einen hb Studenten.
Maria: Gibt es beim Deutschen Akademischen Austauschdienst einen Ansprechpartner für hörgeschädigte Studierende?
Andreas Kammerbauer: bei der DAAD gibt für hb Studis keinen spez. Ansprechpartner, bei der letzten Tagung der BHSA hatten wir einen Referenten vom DAAD. Sie sind auf jeden Fall schon mal sensibilisiert für Fragen und Anträge von hb Studenten.
flavia: Gibt es irgendwelche technischen Möglichkeiten für Dozenten in Seminaren?
Andreas Kammerbauer: weit verbreitet ist der der Einsatz von FM-Anlagen, Mikroportanlagen, siehe technische Hilfen im BHSA-Studienführer.
Maria: wie war das für Sie persönlich im Studium, hatten Sie erhebliche Widerstände zu überwinden?
Andreas Kammerbauer: zu meiner Studienzeit war die Hilfen, die heute möglich sind, noch nicht so verbreitet. Daher hätte ich mit meinem heutigen Wissen anders studiert.
Robin: Kann man sowohl Wartezeit, als auch Berufsausbildung anrechnen lassen?
Andreas Kammerbauer: wie bereits geschrieben, Hochschulzulassung ist momentan sehr heikel, die BHSA hofft, dass die ZVS wieder gestärkt in die Hochschulzulassung einbezogen wird. Sie haben mehrere Nachteilsausgleiche gewährt, hier alle aufzuzählen, wäre zu zeitraubend.
Leonhardt: Hallo, mich würde mal interessieren, wie die Chancen stehen für hg ein duales Studium zumachen. Da ich von anderen Seiten gehört habe, dass die Unternehmen, die Behinderte Menschen einstellen, einen gewissen "Zuschuss" vom Staat erhalten. Trifft das auch beim dualen Studium für die Unternehmen zu, da man ja praktisch bei der Firma "arbeitet".
Andreas Kammerbauer: Berufsakademie ist ebenso eine Möglichkeit, der Zuschuss betrifft den Arbeitsplatz, ansonsten mit dem zuständigen Integrationsamt sprechen, hierbei geht es um die studienbegleitende Hilfen.
Brigitte: Sollten hörgeschädigte Abiturienten ausdrücklich ermutigt werden z.B. selbst Hörgeschädigtenpädagogik zu studieren, um später als Sonderpädagoge in den Schulen tätig zu sein?
Andreas Kammerbauer: zunächst sollte man und frau sich selbst fragen, ob frau oder man sich für den Lehrerberuf eignet. Wenn ja, steht diesem nichts im Wege. Ich begrüße dies und innerhalb der BHSA haben wir nicht wenige Hg-LehrererInnen.
Maria: An wen muss ich mich wenden, wenn ich eine studentische Mitschreibkraft brauche?
Andreas Kammerbauer: überörtliche oder örtlicher Träger der Sozialhilfe, ist vom Bundesland abhängig, wer zuständig, ansonsten verweise ich auf den Studienführer der BHSA
Robin: Ich habe von Freunden mitbekommen, dass bei ihnen das Büchergeld abgelehnt wurde, mit der Begründung, wenn das Buch in der Uni Bibliothek vorhanden ist, wird das Buch nicht bezahlt bzw. gibt es kein Büchergeld... Stimmt das so? Oder kann ich Widerspruch einlegen?
Andreas Kammerbauer: ja, das kann man. Die Begründung muss die Zugänglichkeit für das Buch sein, also z.B. Ausleihfrist zu kurz, mehrere Studenten greifen auf das Buch zu. Es ist also vom Studienfach abhängig. Beispiel: In meinem Studium war es so, dass es in der Politikwissenschaft kein Problem war, an das gewünschte Buch heranzukommen. In Jura sah es ganz anders aus, da wollten hundert Studenten das gleiche Buch haben. Wichtig hierbei ist, dass man auch Kopiergeld beantragt, dann kann man die betreffenden Seiten auch kopieren.
Maria: Was mache ich, wenn sich der Professor weigert, die Micro-Link Anlage zu nutzen?
Andreas Kammerbauer: gibt es sowas!? Aufklären, ansonsten den Behindertenbeauftragten der Hochschule und die BHSA einschalten.
Moderator: 10 User online, bitte fragen, die Gelegenheit ist günstig...
Robin: Ich werde 2010 mit der Ausbildung fertig. Kann ich danach noch Gelder wie Integrationshilfen beantragen? Oder nur noch Bafög ? Gibt es sonst noch Chancen auf finanzielle Mittel?
Andreas Kammerbauer: Leider wird die Eingliederungshilfe zum Besuch einer Hochschule nur für die Erstausbildung gewährt! Die BHSA fordert schon seit ihrem Bestehen, dass dies geändert wird, ansonsten probieren. Es gab Fälle, die durchgekommen sind, aber man kann nicht mit einem Rechtsanspruch darauf verweisen.
Maria: schön wäre eine Kennzeichnung der Unis "barrierefrei" oder ein entsprechendes Ranking, könnte das nicht die BHSA vorantreiben?
Andreas Kammerbauer: Ranking ist und kann eine Entscheidungshilfe sein. Ich habe mit derzeitig bestehenden Rankings meine Probleme. Die BHSA plädiert für die Wahlfreiheit der Hochschule. Jeder hat seine Neigungen, Meinungen... usw. Die BHSA hält mehr davon, dass der hb Studierwillige sich die Hochschule anschaut und die BHSA vermittelt auch Personen, die an diesem Hochschulort studiert haben. So kriegt man und frau einen guten Eindruck.
Anneli: Hallo zusammen! Mich würde interessieren, wie ihr in den Seminaren mit 30-40 Studenten den Mikrolink einsetzt? Es bremst den Diskussionsfluss ja total, wenn man ständig bei jeder Wortmeldung den Sender herumreichen muss... und ich sehe auch nicht jedes Mundbild wunderbar?!
Andreas Kammerbauer: Spontanität gegen Barrierefreiheit, bzw. Gesprächsdisziplin. Ich halte es mit dem zweiten. Bei Microlink ist es auch nicht erforderlich, das direkt vor den Mund zu halten, ansonsten auch auf die Sitzordnung achten. Da habe ich in meinem Studium auch dafür kämpfen müssen. Eine Sitzordnung war ein wenig verpönt, es ging aber doch.
Robin: Habe gehört, wenn ich mich für z.B. 5 Unis bewerbe, kann ich nur für eine Uni einen Härtefallantrag stellen. Für die restlichen 4 Unis nicht mehr. Stimmt das so? Wie kann ich einen hohen NC noch überwinden?
Andreas Kammerbauer: immer bei der Hochschule nachfragen, wie geschrieben. Es ist abhängig von der rechtlichen Regelung. Die Zeiten der ZVS sind leider vorbei, da hatten wir eine bundeseinheitliche Lösung.
Moderator: wir haben noch zehn Minuten für weitere Fragen...
Brigitte: Wann ist die nächste Veranstaltung der BHSA geplant? Gibt es schon eine Terminankündigung?
Andreas Kammerbauer: siehe http://www.bhsa.de, nächste Tagung ist vom 25. bis 27. September 2009 in Possenhofen. Der Schwerpunkt der Tagung beschäftigt sich Studieren mit Kind und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Anneli: Eine solche Sitzordnung ist ja so bei bis zu 15 Seminarteilnehmern machbar und sinnvoll, aber wenn es so an die 40 oder gar 50 sind?! Da wäre ein Sitzkreis auch nicht mehr sinnvoll, da dann zu groß bzw. zu weit entfernt auseinander (so große Seminarräume gibt es ja auch nicht überall)! Hat sich das bewährt, den Dozenten um Wiederholung der Diskussionsbeiträge/Fragen der Studenten zu bitten?
Andreas Kammerbauer: meine Taktik war, dass ich neben dem Professor saß. Da alle Studenten zum Professor sprachen, obwohl sie einen Vortrag für ihre Mitstudenten halten sollten und der Professor den Inhalt bereits kannte. Diese Fixiertheit auf den Prof ist heute bestimmt noch so.
Robin: Wenn darf ich als Hg länger studieren als andere? Also mehr Semester?
Andreas Kammerbauer: länger studieren geht schon, aber achte auf die Dauer der BaföG-Leistung, Vorsicht vor eventuellen Langzeitstudiengebühren. Studienzeitverlängerung immer im Zusammenhang mit der Hörbehinderung erklären, warum man länger braucht.
Robin: Wie oft darf ein Hg Prüfungen wiederholen? Muss man das beantragen?
Andreas Kammerbauer: ich kenne nicht alle Prüfungsordnungen, darin nachschauen. In den mir bekannten Fällen in der Regel zweimal. Ansonsten Härtefall und begründen, z.B. dass kein Nachteilsausgleich gewährt worden ist.
Robin: Kann ich auch beantragen, dass ich statt schriftlich mündlich geprüft werden will?
Andreas Kammerbauer: ja, das geht
Robin: Wie sieht es mit Mehrfachbehinderungen aus? Hat man Vorteile, um Anträge durchzubekommen? Ich habe zu meiner Hg noch ADHS.
Andreas Kammerbauer: ja, immer alles angeben und auch dazu schreiben, warum, also einen Zusammenhang zur Behinderung herstellen.
Anneli: Mir geht es nicht um Vortrag, sondern um Diskussionen bzw. Fragen von Seiten der Studenten (im Seminar)?
Andreas Kammerbauer: auch bei Diskussionen reden die Studenten zum Professor, achte mal drauf. Das ist doch auch klar, wenn man redet, will man auch vom Professor beachtet werden und man merkt sehr schnell, ob man Unsinn oder was Schlaues sagt, an der Mimik vom Prof.
ottomar: weil der HGg die Sprachkommunikationsbarriere hat, ist er aufs Selbststudium angewiesen, das sollte man erlernen können, gibt es solche Kurse für HG?
Andreas Kammerbauer: du meinst wohl Förderung in der Schriftsprachkompetenz, ja beispielsweise an der Uni Hamburg wurden solche Kurse angeboten, auch, wie schreibt man eine wissenschaftliche Arbeit. Wünschenswert wäre, dass es mehr Angebote gäbe.
Moderator: wir haben noch zwei Minuten, bitte keine weiteren Fragen.
ottomar: schade, ich war zu spät :-(
Lucy: Hallo, hat man als HG auch gute Chancen im Ausland zu studieren?
Andreas Kammerbauer: hängt von der eigenen Fremdsprachkompetenz ab, ansonsten geht es schon, wie bereits Erfahrungsberichte zeigen.
Robin: Schreibt die Mitschreibkraft wirklich jedes Wort mit? Wo kann man sie beantragen? Was kostet das? Und wer bietet das an?
Andreas Kammerbauer: es gibt noch nicht viele Schriftsprachdolmetscher, aber es werden langsam mehr. Im Schwerhörigen-Netz gibt es ein Verzeichnis. Antrag auf Kostenübernahme siehe oben, auch hier der Hinweis auf den BHSA-Studienführer. Es ist ein Handbuch für gehörlose, schwerhörige ertaubte Studierwillige. Bestellung http://www.bhsa.de
Robin: Habe ich auch ein Recht, Folien, PDF Dateien oder Skripte vom Prof. zu verlangen, auch wenn er es nicht der Öffentlichkeit zugänglich macht?
Andreas Kammerbauer: also, momentan sehe ich viele Hochschulen, wo die Profs ihre Veranstaltungen, Manuskripte, und... ins Internet stellen. Mir ist es z.B. an der Fachhochschule in Wiesbaden aufgefallen, Fachbereich Betriebswirtschaftslehre. das wünsche ich mir an allen FHs und Unis.
ottomar: ich denke auch an das Verstehen, wenn ich das Gehörte beim Ablesen kombinieren muss, vor allem bei Fremdwörtern, ist Selbststudium angesagt und da ist der Umgang mit Büchern, eine Wissenschaft... letzte frage?
Andreas Kammerbauer: ja, generell sagt man, dass hb Studenten verstärkt ein Literaturstudium betreiben. Wie du geschildert hast, ist es gerade wichtig, eine Mitschreibekraft zu haben, um sich selbst auf die Vortragenden (Prof, Student...) konzentrieren zu können, aber auch, um selbst die Chance zu haben, sich an der Diskussion zu beteiligen. Das war genau das, was ich im meinem Studium nachträglich verbessert hätte. Ich habe geschrieben und gleichzeitig geschaut und das war sehr anstrengend und gerade in meinen Fächern Politikwissenschaft, Geschichte und Jura wurde viel diskutiert. Sauber und gute Mitschriften, das wäre eine tolle Sache gewesen!!
Moderator: Vielen Dank an Andreas Kammerbauer für die Beantwortung der Fragen, Dank auch an die Frager für die rege und lebhafte Teilnahme. Das Chat-Protokoll steht in den nächsten Tagen an dieser Stelle zur Verfügung. Ich wünsche allen noch einen schönen Abend. Der Chat wird jetzt geschlossen.
Andreas Kammerbauer: Ich bedanke mich ebenfalls für die rege Teilnahme auch einen schönen Dank an die Moderatorin!!
Moderator: immer wieder gerne!
Andreas Kammerbauer: bis zum nächsten Mal !
