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Forumbeiträge

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Lisa | 29.10.2006, 19:21 |

Leitung setzt mich unter Druck

Hallo,

ich habe folgendes Problem:
ich höre auf dem linken Ohr sehr schlecht und teste grad ein neues Hörgerät. Ich bin Erzieherin und die Leitung weiß von meinem Problem. Dennoch sagte sie letzte woche zu mir: Ich muss ab morgen hören können, wie ich das anstelle sei meine Sache.
Seit dem hab ich es mit meinem alten Gerät probiert, doch damit kom ich nicht zurecht, so dass ich seit Freitag ein neues teste, doch damit muss ich wegen Probleme wieder zum Akkustiker. Ich weiß nicht wie ich ihr verständlich machen soll, dass es nicht von heute auf morgen geht, dass ich besser hören kann. Doch das erwartet sie in diesem Beruf von mir. Sie kann mich doch nicth vor die Wahl stelle: "Besser hören oder gehen oder?"

Zudem wurde mir gesagt, dass man mir nicht mehr vertrauen kann, weil ich Dinge weitergegeben habe, die nicht nach außen getragen werden sollten. Doch das passierte mir, weil ich diese Dinge auf grund meines Hörproblems nicht gehört habe. Es war als hätte man mir dies nicht gesagt. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

Bin echt verzweifelt.
Lisa

B. Rudolph | 02.11.2006, 14:32 | Kommentar

Re: Leitung setzt mich unter Druck

Sehr geehrte Lisa,

bitte wenden sie sich mit Ihrem Anliegen an die "Online Beratung im Deutschen Schwerhörigenbundes e.V.".
Diese erreichen Sie über http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratg.asp?inhalt=HOERGERAETE/online. Ihr Anliegen wird dort vertraulich behandelt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Besuch in einer Beratungsstelle des DSB e.V. in Wohnortnähe. Leider geht aus Ihrer Anfrage der Wohnort nicht hervor.
Eine Auflistung der Beratungsstellen ist unter http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/beratung.asp?page=01, nach Bundesländern sortiert, abrufbar.

Zudem hat der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. eine Reihe Ratgeber herausgegeben, wobei sich Ratgeber-Broschüre Nr. 7 mit dem Thema: "Der schwerhörige und ertaubte Mitarbeiter" - eine Informationsschrift für Behörden, Arbeitgeber und Kollegen -, befasst. Diese bietet sicher auch gute Hinweise für Ihre Kollegen und Vorgesetzten. Die Inhalte sind unter http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratgeber.asp?inhalt=07 abrufbar bzw. als Broschüre zu bestellen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Hinweisen ein wenig weitergeholfen zu haben.

Viele Grüße
B. Rudolph

Nele | 03.11.2006, 16:19 | Kommentar

Re: Leitung setzt mich unter Druck

Hallo Lisa,

eine weitere Möglichkeit, Unterstützung zu erfahren ist, dass man sich an den Integrationsfachdienst in Wohnortnähe wendet. Dort erhält man u. a. Hilfe in beruflicher Angelegenheit. Online unter http://www.integrationsaemter.de sind diverse Informationen und die einzelnen Integrationsfachdienste deutschlandweit abrufbar. Es ist bestimmt auch eine Kontaktstelle an deinem Wohnort dabei.

Ich wünsch dir alles Gute
Nele

Klaus-Dieter | 14.11.2006, 08:16 | Kommentar

Re: Leitung setzt mich unter Druck

Möglichkeiten sind bereits aufgezeigt. Doch ehe das greift, vergeht Zeit. Du (in der Hörgeschädigtenszene ist man beim "du") brauchst aber sofort Hilfe. Erstmal, deine Leiterin scheint von der übelsten Sorte der normalhörenden Welt zu sein. Wie sie der hörgeschädigten Welt, ich habe den Unterschied der Kulturen auch im extremsten Maße kennengelernt, gegenübersteht, wird sich sobald in ihrem Kopf nichts ändern. Dein Problem ist nicht nur eine Frage des Hörens, sondern eine Frage der Missverständnisse. Wir, die wir uns ein bischen auskennen, wissen, dass die Hörschädigung und davon die Schwerhörigkeit erst recht eine in der Gesellschaft verkannte Behinderung ist. Aber du musst auch begreifen, dass das Hören nur ein kleiner Teil des Verstehens ist. Es gehört Mundablesen, Mimik und Gestik, Körpersprache, Verhaltensweisen und letztenendlich die Kombinationsgabe dazu. Das kann man erlernen, wenn man will. Es lohnt sich insbesondere, wenn man noch jung ist. Da hast du dein ganzes Leben als Schwerhöriger noch vor dir. Da ist eine mittelfristige Möglichkeit. Stell einen Antrag bei der Rentenversicherung auf eine Leistung der Teilhabe am Arbeitsleben, ganz speziell im Reha-Zentrum für Hörgeschädigte Rendsburg. Eine kurzfristige Möglichkeit kann sein, dass du dich jemanden anvertraust zu einer Beratung in deinem Wohnort. Das kann eine Beratungsstelle des DSB sein, der Stadt, eines Vereins für Hörgeschädigten, einer Selbsthilfegruppe für Schwerhörige, aber auch bei der Stadtmission oder Diakonie. Als Schwerhöriger ist es besonders schwer, sich jemanden anzuvertrauen. Aber über diesen Schatten musst du springen.


 

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