Forumbeiträge
Die andere Plattform rund ums Thema Schwerhörigkeit – Erfahrungen teilen, anderen helfen, Experten befragen
Auf Hoer-werk.de stehen persönliche Erfahrungen und Fragen im Mittelpunkt. Das gilt für alle, die sich mit dem Thema „Hörschädigung“ beschäftigen, ob als Betroffene oder als medizinische Fachleute. Sie können
- Erfahrungen und Fragen mit Betroffenen austauschen
- Rat und Wissen von und mit Experten austauschen
- Erfahrungen und Hilfe an Angehörige weitergeben
Unter "Über Hoerwerk" finden Sie weitere Informationen
Anmelden Jetzt anmelden - gleich mitreden
Mobbing am Arbeitsplatz
Seit meinem neunten Lebensjahre trage ich auf beiden Ohren Hörgeräte und komme sehr gut damit zurecht. Mittlerweile bin ich 49 Jahre und in glücklicher Ehe mit einem normalhörenden Mann seit 6,5 Jahren verheiratet.Über eine Leihfirma bin ich in eine sehr schöne Firma geraten, wo mir die Arbeit sehr viel Freude macht. Ich befinde mit seit dem 4.9.06 in dieser Option.
Leider habe ich Probleme mit den Mitarbeitern und meinem Vorgesetzten. Sie meinen alle " ich könnte nicht zuhören". Mein Vorgesetzter erklärt mir die Arbeitsweise, worauf ich achten muß etc..
Wage ich es, eine Frage zwischendurch zu stellen, werde ich gleich zurechtgewiesen, "ich solle gefälligst zuhören und könnte mir meine überflüssigen Kommentare schenken. Ich hätte zwar ein Hörproblem, das sei allerdings mein Problem, sie hätten damit nix zu kriegen" Mir blieb die Sprache weg bei soviel Direktheit. Mein gesundes Selbstbewußtsein hat mittlerweile schon sehr gelitten, ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, ohne bei den Kollegen ins Fettnäpfchen zu treten...
Wer hat ebenfalls solche Erfahrungen gemacht? Wie ist ein solches Problem zu lösen?? Ich würde sehr gerne trotz allem in dieser Firma bleiben wollen, allerdings, ohne meine restliche Würde zu verlieren!!
Über rege Antworten würde ich mich sehr freuen
Liebe Grüße und danke im Voraus
Sigrid
Re: Mobbing am Arbeitsplatz
Hallo Sigrid,schade zu lesen, dass sich die Verhaltensweise Vorgesetzter und Mitarbeiter Ihnen gegenüber so zeigt. Um die übertragene Arbeit korrekt und gewissenhaft auszuführen, muss man halt manchmal auch nachfragen. Das geht den anderen Mitarbeitern sicher auch in dieser oder jener Situation so.
Es besteht die Möglichkeit, sich an eine Beratungsstelle des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V. innerhalb Ihres Bundeslandes zu wenden.
Diese Beratungsstellen können Sie unter http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/beratung.asp?page=03 abrufen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Viele Grüße
K.
Re: Mobbing am Arbeitsplatz
Mobbing am ArbeitsplatzHallo femininelöewin! Ja hab so ähnliche Erfahrung auch gemacht, habe mich beim Vorgesetzten beschwert,der mich allerdings ermutigt hat damals, er bot mir trotzdem eine Ausbildung an,die ich aber unter den Umständen unter anderem ablehnte. Ich habe dort nun eine andere Arbeit bekommen,werde auch da momentan gemoppt,durch Verweigerung wichtiger Terminweitergaben zB. Komme damit nicht gut aber besser klar als damals,weiß inzwischen was ich kann,mache den Kollegen vor wie es geht. Doch zum letzten Vorfall werde ich mich mal wieder mit Kollegen und Chef auseinandersetzenmüssen,das ist jedesmal nervlich und seelisch sehr belastend,aber ich will mir nicht mehr alles gefallen lassen! Ja ich fühle mit dir,wenn alle so zu dir sind -wehren oder gehen! Peti![zitat]Seit meinem neunten Lebensjahre trage ich auf beiden Ohren Hörgeräte und komme sehr gut damit zurecht. Mittlerweile bin ich 49 Jahre und in glücklicher Ehe mit einem normalhörenden Mann seit 6,5 Jahren verheiratet.Über eine Leihfirma bin ich in eine sehr schöne Firma geraten, wo mir die Arbeit sehr viel Freude macht. Ich befinde mit seit dem 4.9.06 in dieser Option.
Leider habe ich Probleme mit den Mitarbeitern und meinem Vorgesetzten. Sie meinen alle " ich könnte nicht zuhören". Mein Vorgesetzter erklärt mir die Arbeitsweise, worauf ich achten muß etc..
Wage ich es, eine Frage zwischendurch zu stellen, werde ich gleich zurechtgewiesen, "ich solle gefälligst zuhören und könnte mir meine überflüssigen Kommentare schenken. Ich hätte zwar ein Hörproblem, das sei allerdings mein Problem, sie hätten damit nix zu kriegen" Mir blieb die Sprache weg bei soviel Direktheit. Mein gesundes Selbstbewußtsein hat mittlerweile schon sehr gelitten, ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, ohne bei den Kollegen ins Fettnäpfchen zu treten...
Wer hat ebenfalls solche Erfahrungen gemacht? Wie ist ein solches Problem zu lösen?? Ich würde sehr gerne trotz allem in dieser Firma bleiben wollen, allerdings, ohne meine restliche Würde zu verlieren!!
Über rege Antworten würde ich mich sehr freuen
Liebe Grüße und danke im Voraus
Sigrid[/zitat]
Re: Mobbing am Arbeitsplatz
Hallo Sigrid,ich habe selber auch so Sachen am Arbeitsplatz erlebt und leider meinen Job verloren damals. Aber nicht weil ich mich falsch verhalten habe, sondern wegen Rationalisierung. Wer nicht freiwillig ging wurde eben gemobbt.
Zu deiner schlimmen Geschichte kann ich nur sagen lass dich bloß nicht unterkriegen und wenn es schiefgeht hast du ganz bestimmt keine Schuld.
Ganz wichtig ist es erst das Gespräch mit den Vorgesetzten zu suchen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Der DSB hat auch einige sehr gute Ratgeberhefte im Programm. Dann weißt du genau wie du es machen musst. Parallel solltest Du dich beim Integrationsamt beraten lassen. Erst nach den Gesprächen in der Firma könnte sich das Integrations- amt einschalten.
Re: Mobbing am Arbeitsplatz
Hallo Sigrid,ich finde es echt super das du mit anderen Leuten darüber sprechen möchtest. Ich selbst habe das Problem erlebt und auch darunter gelitten. Nun bin ich bei einem Integradionsdienst und stehe somit unter Schutz. Das bedeutet, hab ich ein Problem springen Sie für mich ein und reden mit dem Chef. usw, falls das nicht hilft bekommt der Chef vom Staat ein großes problem. Falls das Integradionsdienst eine Kündigung für angebracht hält, bekommst du keine Probleme mit dem Arbeitsamt und der größte Vorteil sie bieten dir einen passenten Job an. Es gibt noch Arbeitsgeber die gerne Behinderte Menschen einstellen und falls ein Hilfsmittel gebraucht wird, stellt bzw. muß das Arbeitsamt es stellen. Also ich bin echt mit dem Integradionsdienst super zufrieden und helfen dir wo sie auch können. Du kannst beim Arbeitsamt nachfragen, ob es in der Nähe so ein Dienst gibt.
Ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig weiterhelfen.
Gruß Nicole

grafik_c | 17.10.2006, 16:36 |
Re: Mobbing am Arbeitsplatz
hallo sigrid,erst mal finde ich es gut, dass du deine erfahrung hier rein schreibst.
...in zeiten einen job zu behalten bedarf es wirklich fingerspitzengefühl, um kleingeistige mitmenschen soweit, zu bringen, dass sie schachmatt sind. sei dir bewusst, dass dein vorgesetzer sehr gedankenlos reagiert hat und dass es die bringschuld eines jeden hörgeschädigten ist auf seine hörbehinderung hinzuweisen (wir wissen es ja). ich helfe mir bei solchen sitationen damit, dass ich in kleinen schritten aufkläre, und wenn sie sich keine zeit nehmen, dann eben als letztes mittel schriftlich. je nachdem welchen grad der behinderung dein behindertenstatus ggf. gibt, darfst du nicht vergessen, dass der arbeitgeber bezuschusst wird (meistens recht viel, finde ich) - und egal wie es ist: du hast jederzeit das anrecht nach zu fragen, schliesslich willst du ja deine arbeit verdammt gut machen und hast anrecht auf gewißheit.
...scheue dich nicht zuhause und bei freunden deine alltäglichen kommunikationsschwierigkeiten kurz zu beschreiben, denn sich verbessern ist immer gut - und man hat das gute gefühl: ich habe euch informiert, ich habe euch in kenntnis gesetzt - ihr wisst bescheid, warum habt ihr nicht gehandelt? das hat überall gültigkeit - man darfs sich die gültigkeit nicht nehmen lassen und braucht einen langen atem.
...angeblich können regionale integrationsfachdienste, integrationsämter und beratungsstellen für hörgeschädigte vermittelnd helfen - damit habe ich schlechte erfahrung gemacht, obwohl ich glaube, dass sachbearbeiter von tisch zu tisch anders arbeiten.
ich lasse mich nicht beirren und kann dir nur den rat geben:
lass dich nicht unterkriegen! - ich wünsche dir viel glück.
ich musste mir mal auch direkt anhören: "wer von uns hört schlecht - du oder ich?" - es hat mir natürlich die sprache verschlagen - nachdem ich kräfig durchgeatmet habe, konnte ich kontern, dass das hier nicht angebracht ist und ich diese frage unangenommen zurückgebe. falls sie dennoch diesbezüglich fragen haben, stehe ich ihnen als ansprechpartner zur verfügung - das hat gesessen - den job hat es trotzdem gekostet - der laden ging in angelblichen konkurs.
c. :-)