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Cass30 | 20.07.2006, 14:49 |

Nachfrage wegen Reha?

Hallo zusammen,

ich habe vor vier Wochen einen Arbeitsunfall gehabt.Eine Gastherme ist leicht explodiert und ich habe durch den Knall einen Hörschaden bekommen.Erst hab ich nichts mehr gehört und dann nur sehr schwer.Nach dem mich das erste Krankenhaus wieder ohne Befund nach Hause geschickt hatte,bin ich eine Woche später mit Rauschen und Pfeiffen im Ohr in die Klinik gekommen zur Infulsionstherapie mit Coritson,die wiederum nicht angeschlagen hat.Nun nehme ich seid 10 Tagen an eine Sauerstofftherapie teil und mein linkes Ohr ist schon besser geworden,nur rechts tut sich leider nichts und das macht mir Sorgen.Meine Frage ist soll ich die Therapie fortsetzten und gibt es auch eine Rehamaßnahme für Patienten wie mich?

Ganz lieben DANK:::MONI

R. Zeh | 27.07.2006, 15:34 | Kommentar

Re: Nachfrage wegen Reha?

Sehr geehrte Patientin,

bei einem Knalltrauma oder Explosionstrauma werden durch den hohen Druck neben dem Trommelfell auch die Haarsinneszellen im Innenohr geschädigt. Je nachdem, wie stark das Knalltrauma war, werden die Haarzellen irreversibel (also unwiderbringlich) geschädigt oder sie können sich teilweise wieder erholen. Diese Regeneration nimmt einige Wochen in Anspruch, aber man kann sagen, dass nach einem Ablauf von vier Wochen meist keine weitere Verbesserung mehr eintritt, so dass sich das Hörvermögen dann leider nicht mehr vollständig regeneriert.

Zwar wird von den Ärzten meist eine Infusionstherapie mit durchblutungsfördernden Mitteln und/oder mit Cortison durchgeführt, oder auch eine hyperbare Sauerstofftherapie in der Druckkammer, aber der Erfolg dieser Maßnahmen ist bescheiden, d.h. sie verbessern die Prognose nicht wesentlich.

Da ein Innenohrschaden letztlich nicht heilbar ist muss man leider sagen, dass der Hörverlust und die Ohrgeräusche dann bleiben werden. Eine Reha kann in einer solchen Situation helfen, mit den Folgen fertig zu werden, d.h. man kann lernen, mit dem verminderten Hörvermögen und mit den Ohrgeräuschen (das Rauchen und Pfeifen im Ohr) besser zurecht zu kommen.

Hierfür gibt es verschiedene Kliniken, die sich auf so etwas spezialisiert haben, so auch die Baumrainklinik Bad Berleburg, wo ich selbst Chefarzt bin. Die Kostenübernahme erfolgt bei Arbeitsunfällen meist durch die BG, anderenfalls über den Rentenversicherungsträger, zur Antragsstellung sollte ein HNO-ärztliches Attest ausgestellt und an den Kostenträger geschickt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Roland Zeh
Chefarzt
Baumrainklinik
Fachklinik für Hörstörungen,
Tinnitus und Schwindel


 

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